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Lesetips für den 2.12.03 (Weber: Erkenntnistheoretische Positionen)

Achtung:
Der Seminarplan hat sich geändert. Alle Sitzungen sind nun um eine Woche nach hinten gerutscht. Prüfen Sie ggf., ob Ihre Referate weiter stimmen.

Wichtige Begriffe:
Stand, Klasse(nlage), Rationalisierung, Bürokratie, Werturteilsfreiheit

Wiederholung:

Letzte Woche haben wir uns mit Macht und Herrschaft beschäftigt. Während Macht amorph und soziologisch der weniger relevante Begriff ist, zeichnet sich Herrschaft durch Legitimität aus, von denen wir drei - Legalität, Tradition, Charisma - unterschieden haben. Legitimitätsgründe ist das, was die Ausübung von Macht bei den Beherrschten innerlich stützt.

Bemerkungen:
Diese Woche werden wir uns Webers Klassentheorie zuwenden, die im Kontext der bundesrepublikanischen Ungleichheitsforschung in der Regel als Schichttheorie geführt worden ist. Anders als Marx unterscheidet Weber zwischen einer objektiven Dimension (Klassenlage, also Stellung zu Vermögen und Erwerbsleben) und subjektvier Dimension (ständischer Lage, also Ehre, Anerkennung, Lebensführung). Dabei betont er insbesondere, dass die beiden Dimensionen nicht parallel laufen müssen. Schließlich werden wir uns seiner epistemologischen Position zuwenden, die besonders aus der Werturteilsfreiheitsdebatte zu erschließen ist. In seinem radikalen Eintreten für eine nicht werturteilsgeleitete Wissenschaft stellt sich Weber auf die Seite der Wissenschaftsavantgarde der Zeit, die die Autonomie von Wissenschaft verfolgte. Die Fragen zur Rationalisierung und seine Religionssoziologie werden wir in der folgenden Woche betrachten.

Mögliche Arbeitsaufgaben:

  • Wie würden Sie zur Werturteilsfreiheitsdebatte stehen? Ist "objektive" Wissenschaft wirklich möglich? Diskutieren Sie die Fragen bei Schmidt auf Seite 79.
  • Betrachten Sie die Ausführungen Webers zu Klasse und Stand in "Wirtschaft und Gesellschaft".
  • Überlegen Sie sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Marx'schen und der Weber'schen Ungleichheitsanalyse.